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Traditionelle Chinesische Medizin

Wandlungsphasen & Funktionskreise

Die 5 Wandlungsphasen

Steinheilkunde & chinesische Medizin


 

Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)

 gehört zu den ältesten und umfassendesten medizinischen Systemen der Welt. Sie wird seit mehr als 5000 Jahren erfolgreich in China - und in den letzten 20 Jahren auch immer häufiger in den westlichen Ländern - eingesetzt. Die hierzulande bekannteste Anwendungsform der TCM ist die Akupunktur.

Im Gegensatz zur westlich geprägten Schulmedizin trennt die TCM nicht zwischen körperlichen und seelischen Symptomen. In der Diagnose wird zum einen der körperliche Zustand eines Menschen genau betrachtet. Neben der - bei uns üblichen - Lokaldiagnose, die auf das erkrankte Organ abzielt, wird ebenso der Zustand und die Farbe von Haut und Zunge, der Geruch und die Intensität des Schweißes, die Festigkeit von Muskeln und Bindegewebe und der Wärmehaushalt des Klienten mit in das Gesamtbild einbezogen. Aber auch der Klang der Stimme, die emotionale Grundstimmung, die Lebensumstände und die Wohn- und Lebenssituation sind wichtige Faktoren, die einem praktizierenden der TCM Aufschlüsse über die wirkliche Krankheitsursache geben können.

Wie die Diagnose, so erfolgt auch die Behandlung nach der TCM umfassend. So bekommt ein Erkrankter neben heilenden Kräutern und Auflagen für eine gesunde Ernährung (die immer individuell an den einzelnen Menschen angepaßt sein muß), auch Anweisungen, die ihn dabei unterstützen, seinen Lebensstil zu ändern und seine Alltagssituation in den Griff zu bekommen.


 

Die Balance des Lebens

Die TCM basiert auf zwei wichtigen Grundpfeilern: Zum einen auf der Lehre von Yin und Yang und zum anderen auf dem System der fünf Wandlungsphasen. Yin und Yang sind die beiden Gegenpole des Daseins in dieser irdischen Welt. Beide Pole zusammen bilden das Ganze, so daß es unmöglich ist, nur einen davon bestehen zu lassen. Ein Beispiel für die gegensätzlichen Pole des Lebens sind Tag und Nacht - Gegensätze, die ohne einander nicht existieren können, und von denen der eine ohne den anderen sinnlos ist. Ein weiteres Beispiel sind das männliche und das weibliche Prinzip, in dessen Spannungszuständen sich die meisten von uns in ihrem Leben immer wieder verfangen.

Hier im Westen trachten viele Menschen danach, in einzelnen, spezialisierten Bereichen immer besser zu werden. Häufig führt das dazu, daß sie sich damit einem Extrem stark annähern und sein Gegenteil dafür vollkommen vernachlässigen. Im Weltbild der Traditionellen Chinesischen Medizin ist das kein gesundes Verhalten. Gesund ist es, den Ausgleich zwischen den Extremen und somit die eigene Mitte zu suchen. Ein Mensch der dies erreicht, bleibt sein Leben lang gesund. Und das bis ins hohe Alter hinein.


 

Gesundheit ist Wandlung

Das System der fünf Wandlungsphasen erklärt die Welt anhand von fünf Grundbausteinen oder -elementen: Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser. Dabei handelt es sich aus chinesischer Sicht um die Grundbausteine der Welt, die alles andere Umfassen. So gehört zu jeder Wandlungsphase eine Jahreszeit, eine Emotion, eine Farbe, ein Geruch, eine Fähigkeit und einige Organe des menschlichen Körpers. Diese Phasen sind nicht statisch, sondern im immerwährenden Wandel miteinander verbunden: Wie auf den Sommer immer der Herbst und danach der Winter folgt, so fließt die Lebensenergie im menschlichen Körper von einer Wandlungsphase zur andern, wobei jede die nachfolgende ernährt und stärkt, die übernächste aber kontrolliert und in der Balance hält.

Dieser kontinuierliche Fluß der Chi-i genannten Lebensenergie in einer immerwährenden, dynamischen Balance zwischen Verstärkung und Kontrolle, macht für die Chinesische Medizin die Essenz dessen aus, was wir unter Gesundheit verstehen. Krankheit entsteht - gemäß dieser Art zu denken - ausschließlich aus dem Stocken in diesem Fluß, aus der fehlenden Bewegung der Grundessenz des Lebens, letzendlich also daraus, daß wir uns nicht mehr verändern.

Ein sehr bekannte Ableger der TCM ist das Feng Shui, das auf den gleichen Grundprinzipien der fünf Wandlungsphasen beruht. Im Feng Shui wird versucht, den Fluß der Energie durch die Gestaltung von (Wohn-) Räumen, von Gärten, Plätzen, Straßen und sogar ganzen Städten zu beinflussen. Und somit zu erreichen, daß diese Orte angenehm, lebendig und lebensfördernd sind. Also Orte, an denen sich zu leben lohnt.