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Die Geschichte der Steinheilkunde

Hildegard von Bingen

Das Forschungsprojekt Steinheilkunde

Die moderne Steinheilkunde

Die Entwicklung der Steinheilkunde II


Hildegard von Bingen

Hildegard von Bingen ist in den letzten Jahren sehr populär geworden. So populär, daß es vielen schon wieder zu viel geworden ist mit den vielen Veröffentlichungen zur „den neuesten Geheimnissen der Hildegardmedizin", die in unzähligen Büchern beschrieben worden sind. Allerdings ist es so, daß Hildegard selber sicherlich nichts für den Rummel kann, der um sie betrieben worden ist, und daß ihre Werke für ihre Zeit bahnbrechend waren und auch heute noch eine tiefere Betrachtung wert sind.

Hildegard von Bingen wurde im Jahr 1098 in Bermersheim bei Alzey geboren und stieg im Laufe ihres Lebens bis zur Äbtissin eines Benediktinerklosters auf. Sie war eine sehr resolute Persönlichkeit, die es sich nicht einmal scheute, den Papst selbst zu schelten. Hildegard schuf ein für ihre Zeit einzigartiges theologisches und heilkundliches Werk, in welchem sie den Menschen als eine Einheit von Körper, Geist und Seele betrachtete, eine Sichtweise, die im Mittelalter nicht mehr weit verbreitet war.

Besonders bemerkenswert ist ihre von der kirchlichen Sicht der Dinge weit abweichende Beschreibung der Welt: Wo ihre Kollegen die Erde als elendes Jammertal verdammen, predigt sie die Schönheit und die göttliche Natur der Schöpfung. Anstatt alles Materielle und die Verlockungen der Welt als Werk des Teufels zu verdammen, sieht sie die Aufgabe eines jeden Menschen darin, sein Bestes zu tun um die Schönheit der Schöpfung zu erhalten und auszufüllen. Für sie gereichte es nicht Gott zur Ehre, der Welt und ihren Versuchungen zu entfliehen, sondern sich im Gegenteil ihnen zu stellen und sich an dem Gesamtwerk der Welt aktiv zu beteiligen.

Alle Erkrankungen unter denen ein Mensch leiden kann führt Hildegard darauf zurück, daß dieser Mensch sich nicht seiner Lebensaufgabe stellt, sondern von ihr abweicht; also darauf, daß ein Mensch nicht mehr seine wirklichen, inneren Ziele im Leben verfolgt. Diese Auffassung Hildegards deckt sich weitgehend mit den Ansichten der modernen Psychosomatik und ist im Prinzip identisch mit der Art und Weise Krankheitssymptome als Warnungen und Hinweise zu deuten, die durch die Werke von Thorwald Detlevsen und Rüdiger Dahlke bekannt geworden ist.


Die Heilsteine der Hildegard von Bingen

Im vierten Buch ihrer um 1150 verfassten "Physika" befasst sich Hildegard mit der Heilwirkung der Edelsteine. In ihrer Einführung zu dem „Buch von den Steinen" schreibt sie: „Gott (...) ließ weder das Strahlen noch die Kräfte der Edelsteinen vergehen, denn er wollte, daß sie auf Erden geschätzt und gepriesen würden und als Heilmittel dienen. In diesem Buch beschreibt Hildegard die Wirkungsweise und in gut verständlichen Bildern auch die Entstehungsart von 24 Steinen. Dies ist besonders bemerkenswert, da die moderne Mineralogie erst 600 Jahre später entstanden ist, und sich nirgenwo sonst in der mittelalterlichen oder antiken Literatur Hinweise in der Art und Qualität finden, wie in Hildegards Werk.

So beschreibt sie magmatisch gebildetete Steine als „der Sonnenglut entstammend", durch Verwitterung gebildete haben „ihren Ursprung in der Luft und dem Wasser" und bei metamorphen Steinen sagt sie aus, daß „die Sonne (=Magma) das Gestein eines bereits bestehenden Berges mächtig zum Glühen bringt" (Vergleiche: Die Analytische Steinheilkunde ). Diese bildhaften Vergleiche entsprechen genau den Jahrhunderte später erforschten Erkenntnissen der Mineralogie.

Die Steinbeschreibungen Hildegard von Bingens gaben lange Zeit Rätsel auf: Einige ihrer Erläuterungen waren sehr präzise und stimmten exakt mit den Erkenntnissen der modernen Steinheilkunde während andere Aussagen wiederum überhaupt nicht zuzutreffen schienen. Dieses Rätsel wurde schließlich von Michael Gienger gelöst, der im Rahmen seiner Recherchen über Hildegard von Bingen schließlich erkannte, daß sich im Verlauf der fast 800 Jahre seit Hildegards Tod die Namen der von ihr beschriebenen Steine verändert hatten. In seinem Buch „Die Heilsteine der Hildegard von Bingen"   beschreibt er ausführlich die von Hildegard erwähnten Edelsteine, ihre Anwendung, ihre Entstehungsweise und vergleicht Hildegards Beschreibungen mit den Erkenntnissen der modernen Steinheilkunde.

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Quellen:
Datei: die-steinheilkunde/03geschichte/hildegard.htm, Autor: Wolfgang Maier
Inhalt aus "Steinheilkunde - ein Leitfaden", Cairn Elen Lebensschule (Hrsg.),Neue Erde Verlag