Die Geschichte der Steinheilkunde Hildegard von Bingen Das Forschungsprojekt Steinheilkunde Die moderne Steinheilkunde Die Entwicklung der Steinheilkunde I
Früher
Einen eigentlichen, genau bestimmbaren Anfang hat die Steinheilkunde nicht. Es ist vielmehr so, daß in der Antike - und in der Zeit davor, von der wir nur noch sehr wenig wissen - Steine, genauso wie alles andere in der Natur, als etwas lebendiges angesehen wurden. Interessanterweise fangen heutzutage viele Menschen wieder damit an, unsere Welt wieder auf diese Art zu sehen.
Diese Welt und das was wir in ihr vorfinden als etwas Lebendiges anzusehen ist ein sehr großer Schritt. Damit umgibt uns nicht mehr ein toter Planet, mit dem wir tun können was wir wollen. Vielmehr zeigt sich, daß alles was wir sehen können ein Ausdruck von geistigen Kräften ist. Diese Kräfte können wir nicht oder nur schwer direkt wahrnehmen, weshalb wir uns meistens darauf beschränken, ihre Auswirkungen zu erkennen und zu beschreiben. Früher wurden diese Kräfte „Götter" genannt, heute bezeichnen viele Wissenschaftler sie als Naturgesetze. Sich Götter vorzustellen ist den Wissenschaftlern zu ungenau. Dies würde in ihren Augen bedeuten, daß z.B. ein Sturm nicht einfach entsteht, sondern auch eine Absicht hat zu stürmen. Neutrale Naturgesetze als etwas was halt entsteht und was Gesetzmäßigkeiten gehorcht, die von den Beobachtern unabhängig sind, schienen das Verhalten der Welt besser zu beschreiben. zumindest solange, bis die Quantenphysik nachwies, daß das Verhalten von Teilchen zumindest auf der subatomaren Ebene doch davon abhängig ist ob jemand zuschaut oder nicht.
Bevor die Naturwissenschaften im heutigen Sinne entstanden, bestand jedenfalls ein großer Bedarf danach, die Kräfte der Natur irgendwie zu verstehen. Damit sie leichter vorstellbar und damit verständlicher waren, wurden sie personalisiert, d.h. sie nahmen menschliche Gestalt an und benahmen sich so, wie auch Menschen es tun.
Diesen Göttern, von denen sich die wichtigsten weltweit in allen Kulturen finden wurden Eigenschaften und Kräfte in der Natur zugeordnet, darunter auch Planeten, Heilpflanzen und Steine. Bestimmte Eigenschaften von Göttern tauchen - soweit es uns bekannt ist - in allen Kulturen der Welt auf. So gibt es überall einen Donnergott, der Blitze und Donner schleudert. Eine solche Figur drängt sich einem ja auch geradezu auf, wenn man bei einem schweren Gewitter unter freiem Himmel steht. Diese "universellen" Figuren, die überall auf der Welt gleich sind, werden auch als Archetytpen bezeichnet. Sie beinhalten Eigenschaften und Verhaltensweisen, die einem jedem Menschen vorstellbar sind.
Eine „Steinheilkunde" in unserem Sinne gab es damals nicht. Allerdings wurde das Heilen mit Steinen als genauso natürlich angesehen wie das mit Kräutern und ein Unterschied zwischen einer medizinischen Behandlung und einem religiösen Ritual existierte überhaupt nicht. Damals wäre nicht einmal die Existenz eines solchen Unterschiedes vorstellbar gewesen.
Die Kräfte der Götter umfaßten die ganze Welt, alles was Menschen wahrnehmen konnten. Die Jahreszeiten und das Wetter, der Lauf der Sonne, des Mondes und der Planeten, Tag und Nacht, Gesundheit und Krankheit, all das war auf das Wirken und Wünschen der Götter zurückzuführen.
Dennoch kam auch damals schon den Steinen eine besondere Bedeutung zu:
In vielen verschiedenen Kulturen (z.B. in Indien, in Chaldäa, in Grichenland, in Rom, in Mesopotamien und in Ägypten) wurden dieselben Steine derselben Art von Gottheit zugeordnet. Dies läßt darauf schließen, daß die Menschen sich auch damals schon über die grundverschiedenen Wirkungsweisen der unterschiedlichen Steine im klaren waren.
Die Steinheilkunde war in ihren Anfangen untrennbar mit der Astrologie verknüpft. Im Prinzip wurden die Steine als "handhabbare" Planeten betrachtet, als Ausdruck göttlicher Kräfte die zur Heilung herbeigerufen werden konnten. So gab es schon in der Antike Niederschriften über die Kräfte und Anwendungen von Steinen, die in den folgenden Jahrhunderten immer wieder abgeschrieben wurden.
Das Mittelalter
Konkrete Überlieferungen zur Heilkraft der Steine gab es im Mittelalter kaum. Es scheint so, als sei eine „Flaute" bei der Steinheilkunde eingetreten, die etliche Jahrhunderte lang andauerte. Über diese ganze Zeit hinweg wurden Berichte über die Heilkraft der Steine nur aus antiken Quellen oder von anderen Autoren abgeschrieben. Da sich sowohl die Schreibweise der Namen als auch der Gebrauch der Worte im Laufe der Zeit änderten, waren die Überlieferungen kaum noch zu gebrauchen: In vielen Fällen stand nicht einmal fest, welcher Stein überhaupt gemeint war. Vieles von dem Wissen der Antike ist dadurch verloren gegangen.
Geändert hat sich diese Situation erst im 12. Jahrhundert durch die Benediktineräbtissin Hildegard von Bingen. Diese außergewöhnliche Frau, die heutzutage vor allem als durch ihre Werke über Kräuter, deren Wirkung und Anwendung bekannt geworden ist, hat sich auch mit der Heilwirkung von Edelsteinen beschäftigt. Dabei hat sie als erste Person seit der Antike neue Erkenntnisse zur Wirkung von Steinen niedergeschrieben. Mehr über Hildegard folgt auf der nächsten Seite
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Doch auch Hildegard von Bingen geriet schnell wieder in Vergessenheit. Ihre Werke verschwanden alsbald in den Klosterbibliotheken und blieben dort über Jahrhunderte hinweg verborgen. Inzwischen wurde weiterhin von Antiken Überlieferungen abgeschrieben und kopiert, meist ohne jegliches Verständnis für die Wirkung der beschriebenen Steine. In der Renaissance schließlich fand die traditionelle Steinheilkunde ihren letzten literarischen Ausdruck
Die Aufklärung
Mit dem Beginn der Aufklärung Ende des 17. Jahrhunderts begann auch der Niedergang der Steinheilkunde. Die Vernunftbetonte Philosophie dieser Zeit ließ nur das als wirklich gelten, was sich rational - also mit Hilfe des Verstandes - erklären ließ. Da dies bei der Steinheilkunde damals nicht der Fall war, wurde sie schlicht und ergreifend als Aberglaube abgewertet. Und daß, obwohl sich bei der Behandlung von Krankheiten mit Steinen durchaus Erfolge erzielen ließen - leider fehlte die wissenschaftliche Begründung, das Begreifen von Kraftfeldern und Energieströmen, das notwendig gewesen wäre um der Steinheilkunde die verlangte Seriosität zu gewähren
. Als Folge verschwand das Wissen um die „geheimen" Kräfte der Steine in den immer existierenden Geheimgesellschaften, die vielerlei esoterisches und naturwissenschaftliches Wissen über Jahrhunderte vor der Welt verborgen überlieferten.
Heutzutage finden sich nur noch wenige dieser alten Überlieferungen. Das meiste davon ist in Märchen und Mythen verschlüsselt wiedergegeben worden. Diese sind jedoch oft schwer zu verstehen. Eine Möglichkeit den Wissensschatz alter Überlieferungen zu erschließen bietet das Buch „Kristall-Legenden" von Moyra Caldecott
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Quellen:
Datei: die-steinheilkunde/03geschichte/geschichte.htm, Autor: Wolfgang Maier
Inhalt aus "Steinheilkunde - ein Leitfaden", Cairn Elen Lebensschule (Hrsg.),Neue Erde Verlag